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Und sonst so?

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Hetzkampagnen

Ein Bekannter ist vor kurzem auf die (gesteuerte) Hetzkampagne der Bild reingefallen und hat mir das zugesendet.
Ich konnte es nicht lassen und habe ihm ein „paar“ Zeilen erwidert.

 

 

  1. Chronologie 

Will man ganz früh ansetzen, müsste man eigentlich in den späten 80er, frühen 90er Jahren anfangen, in denen ein übles Hooligan- und auch Rechtsradikalenproblem in deutschen Stadien herrschte. Dies gipfelte bekannterweise ja im Tod eines Polizisten, zu Tode getreten von deutschen „Fans“.

Auch sonst waren Straßenschlachten und Schlägereien an der Tagesordnung.

Verhältnisse, die die heutigen bei weitem an Intensität und Brutalität überschreiten.

Davon sind wir glücklicherweise weit entfernt.

 

Betrachtet man sich die Entwicklung zur jetzigen Situation, fällt auf, dass ein markanter Wendepunkt vom DFB / der DFL ausging.

Einzelne Funktionäre haben den Diskurs mit den Fangruppen gesucht bzw. aufgenommen und man hat gewisse „Vergünstigungen“ in Aussicht gestellt.

Dazu gehörte unter anderem ein mögliches Abbrennen von Pyrotechnik in eigens dafür abgesperrten Bereichen.

Exkurs: Zu Pyrotechnik kann man stehen, wie man will. Mir persönlich ist es recht egal, solange niemand damit gefährdet wird. Trotzdem fällt sicherlich die Bigotterie der Medien auf, die je nach (politischer) Wetterlage entweder von „südländischer Stimmung“ oder „asozialer Randale“ sprechen.

Das Argument vieler Fans, dass Pyrotechnik die Stimmung verbessere, ist in meinen Augen natürlich Unsinn. Aber dazu später mehr.

 

Zurück zur Fandiskussion mit den Ligaverantwortlichen: Hier wurden also Erwartungen seitens der Liga in Aussicht gestellt.

Die Reaktion der Ultragruppierungen war, dass man bundesweit auf das Abbrennen von Pyrotechnik verzichtete.

Die inhomogene Gruppe aller deutschen Ultraszenen, hielt sich auch zu 99% daran, um den „guten Willen“ zu beweisen.

 

Kurze Zeit später wurde der „Verhandlungsführer“ des DFB / der DFL (ab jetzt aus Faulheit nur noch DFB 😉 ) von den Gesprächen abgezogen und damit alle vor den Kopf gestoßen.

„Begründung“ seitens DFB: Der Mann war gar nicht zu den Verhandlungen authorisiert, das ist nicht die Sichtweise des DFB, es wird keine Vergünstigungen geben.

 

Die Reaktion der Ultras: Massives Abbrennen von Pyrotechnik, Spruchbänder „Fick dich, DFB“ und letztendlich ein Verstummen der gemäßigten Stimmen innerhalb der Szenen.

 

Darauf reagierte der DFB mit Stadionverboten und Zuschauerausschlüssen ganzer Fangruppen.

Ich spare es mir hier, mich über den Sinn und Unsinn von Kollektivstrafen auszulassen.

 

Letztendlich ist dies alles eine Spirale der Eskalation, wo beide Seiten mal schauen wollen, wer am längeren Hebel sitzt.

 

Vor kurzem kam dann das Pamphlet (und ja, mir ist bewusst, dass Pamphlet übersetzt „Schmähschrift“ bedeutet) „Sicheres Stadionerlebnis“ auf den Tisch.

Eine Abhandlung der Grausamkeiten.

Dazu gehören u.a.: Vollkontrollen (siehe München), die Möglichkeit, Mobiltelefone zu überwachen und natürlich das mögliche Bestrafen von Vereinen, bei denen „diffamierende Banner“ gezeigt werden (Fick dich, DFB!).

Als Bestrafungsmöglichkeiten seitens DFB werden z.B. die Einbehaltung von Fernsehgeldern angedroht.

 

Dieses Schriftstück ist, schon aus rechtsstaatlichen Gründen, keinerlei Diskussion wert.

 

Interessant ist hierbei, wer an dem Entwurf mitgearbeitet hat und wer eben nicht.

 

Mitgearbeitet haben, natürlich, der DFB, Vertreter von Innenpolitik und (teilweise) Vereinsvertreter.

NICHT mitgearbeitet haben (weil man die aus ersichtlichen Gründen nicht haben wollte), Vertreter der Fans, besonders Fanbeauftragte.

 

Wie nicht anders zu erwarten, ging ein Aufschrei durch die Fanlager, aber auch durch die gemäßigten Seiten der Politik.

Macht sich hier der DFB sein eigenes Grundgesetz?

 

Das Schriftstück wurde den Vereinen zur Unterschrift vorgelegt, parallel dazu erfolgten in den Stadien, seitens der Fans, hauptsächlich durch Banner und Sprechchöre (Fick dich, DFB!), die Aufforderung, das Schreiben nicht zu unterzeichnen.

 

Unterzeichnet wurde es letztendlich von (sofern mir bekannt) zwei Vereinen:

Der FC Bayern München und (ohne Gewähr) Borussia Dortmund.

Zu den Beweggründen später mehr.

 

Der Höhepunkt der Entwicklung war dann das Auswärtsspiel der SGE bei Bayern München, als, in vorauseilendem Gehorsam, der FCB Zelte zur „Vollkontrolle“ aufbaute.

 

Diese Information wurde am Vorabend des Spiels Frankfurter Kreisen zugespielt und gelangte von dort auch an die Fanbetreuer, den Verein und die sogenannten szenekundigen Beamten.

 

Alle erwähnten Personengruppen (auch die Polizei) haben versucht, auf den FCB Einfluß zu nehmen, dass diese Maßnahme nicht nur völlig maßlos, sondern auch kontraproduktiv sei.

Fangruppen würden dies als reine Schikane empfinden. Was sie meiner Meinung nach auch war.

 

Ich behaupte sogar, dass man auf Ausschreitungen gehofft hat, um seine Position im Bezug auf „Scheres Stadionerlebnis“ zu stärken.

 

Hinzu kommt noch, dass weder im Olympiastadion, noch in der Allianz-Arena seit Jahrzehnten etwas in Richtung Ausschreitungen oder Pyrotechnik vorgefallen ist (es sei denn, die Bayern haben – wie in letzter Zeit ja verstärkt – selbst etwas abgefackelt).

 

Letztendlich kam es dann so, dass der „harte Kern“ der Frankfurter das Stadion einfach nicht betreten hat und auch angesichts der Umstände äußerst friedlich blieb.

 

Da man seine Maßnahmen ja nicht umsonst getroffen haben wollte, wurden wahllos Teenager, Frauen und einige „Normalos“ gefilzt.

 

In den Tagen danach war das mediale Echo und meine „Entgleisung“ auf Facebook ja nicht zu übersehen.

Und auch beim FCB hat man wohl gemerkt, dass das wohl alles nicht ganz so gut ankam in Deutschland.

Als Reaktion darauf hat man eine Pressemitteilung herausgegeben.

Kurzfassung: Die Untersuchungen haben sich bewährt. Es wurde Gewaltvorsorge betrieben. Es wurden lediglich 40 Frankfurter durchsucht.

Bei den Kontrollen fanden sich u.a. 40 Messer.

 

So, wer jetzt nicht ganz auf Bildniveau abgestumpft ist, wird hier stutzig werden.

 

Bei angekündigten Kontrollen finden die bei jedem zweiten Frankfurter ein Messer? Und der harte Kern ist nicht mal im Stadion? Was hätten die wohl dabei gehabt? Macheten? Atomwaffen?

 

Das ist auch Stefan Krieger, Redakteur der Frankfurter Rundschau und Betreiber von www.blog-g.de aufgefallen und er hat mal in München angerufen.

Es stellte sich heraus, dass die 40 Messer bei allen 71000 Besuchern gefunden wurden.

 

Böswillige Absicht des FCB darf hier unterstellt werden und das tue ich auch so.

 

 

2. Die Studie

 

Eines direkt am Anfang: Jedem, von dem wissenschaftliches Arbeiten erwartet wird, und hierzu zähle ich dich, wäre diese Studie um die Ohren gehauen worden.

 

Diese Studie ist übrigens (und das wird kaum erwähnt) aus der letzten Saison 2010 / 2011.

Die Situation war folgende: Die Eintracht war (noch) Erstligist, ebenso der 1. FC Köln.

 

Bekanntlich sind das Mannschaften mit einem enormen Fanpotential (die Eintracht hat unbestritten die meisten Auswärtsfahrer).

Zum Ende der Saison kam es dann dazu, dass z.B. die Eintracht akut abstiegsgefährdet war.

Daraus folgten, dass Teile der Fans mit Gewalt und auch Pyrotechnik reagierten.

Sicher unentschuldbar, aber Fakt.

Weiterhin sollte nach dem Auswärtsspiel in Mainz die Mannschaft „zur Rede gestellt“ werden.

Einer der (mit der Situation) völlig überforderten) Polizisten fühlte sich bedroht und gab einen Warnschuß in die Luft ab.

Die Fans beschrieben den Polizisten als hochgradig nervös und, wie gesagt, überfordert.

Die Polizei sprach von „letztem Mittel“ und „Gewalteskalation“.

Aussage gegen Aussage.

Welche Sichtweise durch die Presse ging, ist bekannt.

 

Zur Studie selbst:

 

Die dargebotenen Zahlen werden in keinerlei Relation gesetzt.

Z.B. gibt es seit Jahren steigenden Zuschauerzulauf in der ersten Liga. Zwangsläufig steigt auch die Zahl der Vorfälle. Diese allerdings stärker, als das Zuschaueraufkommen.

Rechnet man das Ganze mal durch, liegt die Chance, Opfer einer Gewalttat beim Fußball zu werden, bei 0,005%. Da wäre manches Dorffest froh, solche Zahlen zu haben.

Sicher, jeder ist einer zu viel, trotzdem behaupte ich, dass es keine sicherere Massenveranstaltung als den Fußball gibt.

 

Zurück zu den Zahlen: Dort wird behauptet, Frankfurt habe ca. 600 gewaltbereite Fans. Wenn wir also, was ja durchaus häufig vorkommt, mit 6000 Mann auswärts fahren, ist jeder zehnte gewaltbereit.

Mit der gleichen Logik wäre also jeder fünfte Wolfsburger Auswärtsfahrer gewaltbereit.

Pauschalisieren geht halt oft in die Hose.

 

Dann muss man sich mal anschauen, woher die Zahlen überhaupt stammen.

Die Einschätzung „Straftat“ oder „gewaltbereiter Fan“ nehmen nämlich die Polizisten vor.

Und die hinterfragt niemand.

Ebenso geht nicht hervor, wie viele Verfahren überhaupt mit einem einem Urteil enden.

 

Und kann es auch vielleicht sein, dass die steigende Zahl der Verletzten mit massivem Pfeffersprayeinsatz der Polizei zusammenhängt?

Alles schon persönlich erlebt.

Dies wird hier aber nicht unterschieden.

Ebensowenig ist definiert: Ab wann ist man in den Augen der Ordnungsbehörden eine „Gewalttäter Sport“, wonach richtet sich die Einstufung in die verschiedenen Kategorien?

Kann man da auch wieder hinauskommen?

 

Also beruht hier alles auf subjektiven Empfindungen derer, die an einer möglichst „düsteren“ Darstellung Interesse haben.

Genaueres dazu später.
Tatsache ist allerdings, dass die Zahl der Straftaten stagniert bzw. sogar zurückgeht.

 

3. Fanszenen

    1. Fanszenen allgemein 

      Mit dem Aufkommen der Ultrabewegung Mitte der 90er Jahre hat sich das Bild der Fußballfans gewandelt.

      Aus unorganisierten Fans, die maximal locker in Fanclubs Mitglied waren, wurden wurden zum Teil Mitglieder der Ultras, inspiriert durch die Ultrabewegung in Italien.

      Wobei „Mitglied“ hier nicht im klassischen Sinne zu sehen ist, sondern viel mehr als Anhänger einer Ideologie.

      Man selbst sah und sieht sich als diejenigen, die die Stimmung im Stadion organisieren, „Allesfahrer“ sind und alles für den Verein geben.

      Der Weg zum Elitegedanken war nicht weit.

      Ebenso gab man sich Regeln, die innerhalb der Gruppe gelten sollten. Hierzu gehörten Zusammenhalt, Gemeinschaftsgefühl und auch die Ablehnung der Zusammenarbeit mit der Polizei und/oder anderen Organen des Staates.

      Generell sieht man sich, obgleich weder politisch links oder rechts positioniert, gerne in der Rolle des „Outlaws“.

      Weiterhin leitet man aus der eigenen Rolle einer besonders aktiven Fangruppierung, eine „Deutungshoheit und Meinungsführerschaft in der Fankurve“ ab, legitimiert durch den überdurchschnittlichen Einsatz für den Verein bzw. eher die Mannschaft.

      Hierzu nimmt man sich auch das Recht heraus, z.B. Pyrotechnik einzusetzen.
      Was ich davon halte? Siehe oben.

      Randgruppen, ob tatsächlich oder selbst dazu ernannt, ziehen immer auch „Problemgruppen“ der Gesellschaft an, so auch hier.
      Gerade im Schutze der Gemeinschaft, mit dem Ehrenkodex des Zusammenhaltes, glauben einige, ihr tatsächlich Gemeinschaftsschädigens und, mehr noch, kriminelles

      Verhalten ausleben zu können.
      Insgesamt sicher eine gesellschaftliches Problem, hier nur an besonders exponierter Stelle.

 

 

    1. Fanszene FrankfurtZusätzlich zu den oben genannten Punkten, ist die Situation in Frankfurt sicher noch etwas intensiver.

      Frankfurt als Schmelztiegel vieler Nationen, Meinungen und kultureller Gebräuche.
      Multikulturell und vielleicht auch multikriminell?

      Du, der dort lebt, wird das vermutlich noch genauer wissen als ich.
      (Mal ganz nebenbei: Wie kann ein law and order Sheriff wie Boris Rhein da auf die Idee kommen, Bürgermeister zu werden? Der Steigbügelhalter von Roland Koch!)

      Und auch die Ultras sind hier noch eine Stück weit extremer, als in anderen Städten.
      Die Verbindung zur Eintracht noch etwas intensiver, ebenso die Neigung, alle Spiele zu sehen. Ob zu Hause oder auswärts.
      Außerdem hat man ein gewisses Image, ob zu Recht oder nicht, welches man sehr gerne pflegt.

      Gleichfalls kippen die Emotionen extremer in beide Richtungen, einerseits hochgeachtet für Stimmung und Choreos, andererseits gefürchtet für Pyrotechnik und vermeintliche Ausschreitungen (beispielsweise nach dem letzten Heimspiel gegen Köln).

      Ebenso lasse ich mir aber auch für einen gezündeten Bengalo keine Ausschreitungen herbeihalluzinieren.

      Und auch in Frankfurt werden gesellschaftliche Randgruppen angezogen.
      Heribert Bruchhagen hat festgestellt, dass es Personen gibt, die nur zum Randalieren ins Stadion gehen. Fußball ist denen völlig egal.

      Kollektivstrafen und eine law and order Politik sind hier sicher nicht das probate Mittel, ganz im Gegenteil führt das nur zu einer Verhärtung der Fronten.

 

  1. Cui bono? 

    Tja, wem nützt diese Studie?
    Sicher, die Bild macht Auflage. Ich glaube aber nicht, dass das der einzige Beweggrund für diese Kampagne war.
    Die Beweggründe liegen meiner Ansicht nach tiefer.
    Generell ist zu Beobachten, dass nach Vorfällen von innenpolitischer Tragweite unsere Exekutive gerne mit Maximalforderungen reagiert.

    Siehe 9/11 in den USA, siehe vermeintlicher Terrorismus generell.

    Da wird auch gerne in Kauf genommen oder ausgeblendet, dass Grundrechte auf der Strecke bleiben. Law and order Politik in Reinform eben.
    Mit drastischen Maßnahmen soll hier eine vermeintliche Sicherheit suggeriert werden.
    Und was man einmal, vermeintlich erfolgreich, bei Fußballfans (deren Lobby sowieso so gut wie nicht vorhanden ist) eingeführt hat, kann man auch leichter auf andere Lebensbereiche ausweiten.

    Die zweite Interessensgruppe ist sicherlich der DFB.
    Der DFB vermarktet ein Produkt. Und ein Produkt vermarktet sich am Besten, wenn es möglichst klinisch, rein und massentauglich ist.

    Hier stören natürlich Fans, die nicht nur das Produkt konsumieren, alles abnicken und (nach Kauf von Vereinsartikeln) fröhlich nach Hause gehen.
    Fußball war aber nie klinisch, ob bei der Spielvereinigung Hadamar oder beim HSV.
    Schon immer wurde geflucht, gepöbelt, Bier getrunken und Rivalitäten gepflegt.

    Genauso wurde in der kommenden Arbeitswoche der Kollege aufgezogen, weil „sein“ FC Köln gegen den Werksclub von Bayer verloren hat.

    Und so will ich „meinen“ Fußball auch behalten. Bodenständig und auch mal rauh.
    Die Alternative sind Hoffenheim, Wolfsburg und RB Leipzig. Fußball als Produkt, „Fans“ als Staffage.

    Interessant auch die Hintergründe, warum z.B. der FCB das Papier bereits abgesegnet hat.
    Wie erwähnt droht der DFB ja mit Zuschauerausschlüssen und Einbehaltung von Fernsehgeldern.
    Unabhängig von der anderen „Fankultur“ in München, schmerzen Zuschauerausschlüsse den FCB nicht. Die Einnahmen durch Zuschauer sind dort ein relativ kleiner Faktor, die Ausfälle von Fernsehgeldern tun da schon eher weh.

    Für z.B. die Eintracht sind die Zuschauer ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
    Dementsprechend ist auch die Wertigkeit und der Umgang mit Fans ein anderer.

 

Eine (von mehreren) Sichtweisen aus München findet sich übrigens hier:

http://www.inferno-bavaria.de/

Als dritte Gruppe sehe ich die Polizei bzw. deren Interessenvertreter.
Auch hier hat man ein Interesse, die Situation beim Fußball (und nicht nur dort) als möglichst chaotisch und außer Kontrolle zu schildern.
Letztendlich geht es darum, der Politik finanzielle Mittel zu entlocken oder generell die berufliche Situation zu verbessern.
Rainer Wendt von der Gewerkschaft der Polizei, der sich gerne und häufig äußert, ist nichts weiter als ein reiner Lobbyist.

Und eine Gruppe wie die Fußballfans, die durch mediale Darstellung in den Augen vieler bereits diskreditiert ist, bietet sich für Populismus an.

Es kommt durchaus häufiger vor, dass Vorfälle, bei denen ich oder andere vor Ort waren, teilweise falsch, verdreht, ausgeschmückt oder einfach bewusst unwahr dargestellt werden.
Beispiel: Messer in München.

Ich könnte da noch die Medien anführen, das wäre aber etwas zu leicht.
Wer macht noch, obwohl es eigentlich die Pflicht wäre, eine richtige Recherche?
Oftmals werden nur Agenturmeldungen ungeprüft übernommen:
Vielmals fehlen auch einfach Zeit und Mittel, zu recherchieren, die Frankfurter Rundschau kann davon sicher ein Lied singen.

 

  1. Persönliche SituationEs dürften mittlerweile so an die 20 Jahre sein, die ich „dem Fußball“ hinterherfahre. Großteils für die Eintracht, aber auch Hadamar, damals noch Oberzeuzheim oder sonstige Spiele, die mich interessieren.
    Ich würde mich ganz sicher nicht als Ultra oder gewaltbereit bezeichnen, generell mag ich solche pauschalen Klassifizierungen sowieso nicht.
    Eher als jemand, der den Fußball liebt und vielleicht etwas „fanatischer“ ist als andere Besucher.
    Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mir überhaupt die Mühe mache, hier die mittlerweile sechs DIN A4 Seiten zu tippen.

    Weil es mir mittlerweile bis zum Hals steht, als Fußballfan in die Ecke drängen zu lassen.

    Mich als krimineller, gewaltbereiter und als asozialer bezeichnen lassen zu müssen.
    Gesteuert und forciert von Leuten, die daran ein Interesse haben oder, noch viel schlimmer, nie ein Stadion von innen gesehen haben.

    Ich weiß auch, dass es einige wenige sind, die den Ruf versauen, die den Fußball diskreditieren.
    Aber ich hasse es, mit diesen Leuten in einen Topf geworfen zu werden.
    Und ebensowenig bin ich für deren Verhalten verantwortlich, kann es aber auch nicht lösen.
    Die Probleme liegen tiefer und können nur gemeinsam (gesellschaftlich, „Selbstreinigung der Kurve“) gelöst werden.

    Und ich werde auch weiterhin meine Meinung kundtun, vielleicht wird das manchmal als drastisch angesehen („Entgleisung bei Facebook“), aber damit kann ich leben.
    Ich habe mittlerweile genug gesehen, bin Opfer von Polizeigewalt und Schikane geworden, wenn mir etwas stinkt, sage ich das.

    Über Form und Forum lässt sich sicher streiten. Aber so bin ich halt, teilweise auch impulsiv.
    Aber es geht mir besser danach 🙂

 

  1. Ausblick 

    Wohin geht die Reise?
    Gute Frage, weiß ich auch nicht. Eigentlich gibt es nur drei Varianten.
    Die erste wäre, man behält den Status Quo bei.
    Muss ich ganz ehrlich sagen: Könnte ich (mit Einschränkungen) leben.
    Ich beziehe dabei nicht auf das Jahr, in dem die Studie entstand, sondern auf die aktuelle Situation.
    War etwas dieses Saison? Wurden bisher Bengalos abgebrannt?

    Nimmt man Dresden aus der Betrachtung mal raus, fällt mir nichts wesentliches ein.

    Die zweite Variante wäre das Modell England.
    Früher für leidenschaftliche Fans hochgelobt, hat man dort mittlerweile den Fußball zum Event gemacht.
    Die günstigsten Karten sind ab 40 € erhältlich, dementsprechend findet die „Arbeiterklasse“ im Fußball nicht mehr statt.
    Stehplätze wurden komplett abgeschafft.
    Der Kick ist zum zu konsumierenden Produkt geworden, leidenschaftslos, man nimmt es hin.
    Für mich keine Option.

    Die dritte Variante ist Italien.
    Hier hat die Gewalt (vorerst) gesiegt.
    Die Stadien sind, bis auf wenige „Gewaltbereite“ leer. Staatliche Organe sind bisher hilf- und machtlos. Familien und gemäßigte gehen so gut wie nicht mehr ins Stadion.
    Eine äußerst interessante Doku findet sich übrigens hier:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1776192/Verr%C3%BCckt-nach-Fu%C3%9Fball-%282%29
    Sehr sehenswert!

    Ebenfalls keine Option für mich.

    Es gibt einige Dinge in Deutschland, die man in den Griff bekommen muss, aber ich fühle mich den Stadien wohl und sicher.
    Und ich sage es nochmals: Fußball ist in meinen Augen die sicherste Massenveranstaltung!

    Hier auch noch eine Veröffentlichung, worum es geht:
    http://uf97.de/grafiken/news/boykott1212.jpg

     

 

  1. Fazit 

In meinen Augen kann jeder, der es will, in Deutschland zum Fußball gehen

Es gibt keine herumvandalierenden Banden, die nur auf Krawall und Randale aus sind.

Fußball war nie so sicher wie heute.

Es stünde sicher beiden Seiten gut zu Gesicht, verbal abzurüsten, aufeinander zuzugehen

und die Diskussion zu suchen.

 

 

 

Ein kleiner (vielleicht nicht ganz ernstgemeinter) Seitenhieb sei mir am Schluß noch erlaubt:

 

Wie passt es eigentlich zusammen, dass Du den absoluten Gewaltverzicht propagierst und deine Sneakers beim Pomo kaufst?

Der Pomo, der ja bekanntlich Mitglied bei der Adlerfront ist, die ja fast nur an der „3. Halbzeit“ interessiert ist?
😉

 

Man sieht sich auf Deutschlands Fußballplätzen!

 

 

Forza SGE!